Christian Dialer: Skulpturen aus Recyclingstoffen

Christian Dialer hat versucht, in 12 Wochen aus Recyclingstoffen wie Pappkarton, Chipsdosen, Plastik-Wertstoff, Schnüren, Kabeln, Luftballons, Elektrobauteilen usf. dreidimensionale Skulpturen bauen zu lassen (siehe Fotos).

In der Gruppe waren 12 Kinder zwischen 8 und 10 Jahren (Buben und Mädchen), manche bauten alleine, manche in 3er oder 4er Gruppen. Meine ursprünglich angedachte starre Themenstellung und auch mein vorbereitetes Künstlerkonzept wurden schnell aufgegeben, da die jungen Künstler mit derartiger Schaffenskraft und Energie zu den Nachmittagen kamen, dass eine Themenvorgabe nie notwendig war bzw. auch gar nicht gewünscht war.

Es entstanden meterhohe menschliche Skulpturen aus Pringlesdosen, Minilaptops aus Elektroschrottplatinen, "gefährliches" Panzerspielzeug aus Styropor, Luftballongesicher, Kruzifixe aus genagelten Wasserschläuchen oder auch eher "Harmlos-Handwerkliches" wie kleine Samtdosen, 3-D-Geburtstagskisten, Münzwechselautomaten aus Pappe usf..

Zum Verbinden der "Wertstoffe" wurden Klebebänder, Klebepistolen, Verschraubungen, Nagelungen und Verschnürungen verwendet.

Die Schule ist mit Werkzeug, Bohr- und Sägemaschinen sehr gut ausgestatten und die Kinder schaffen schnell mehr eigenes Vertrauen, wenn sie die Maschinen unter Aufsicht selbst bedienen können.

Die Regel gilt und darauf wird in jeder Stunde - spaßig - hingewiesen: Alle Kinder kommen mit 10 Fingern und müssen mit 10 Fingern wieder nach Hause gehen.

Eine etwas technischere Aufgabe lag darin, aus einem einfachen DIN-A4 Karton eine Brücke zwischen zwei Katzenfutterdosen ohne Hilfsmittels wie Schere, Kleber oder Sonstiges zu bauen; die Brücke musste eine Gummibärentüte tragen (vgl. Fotos).

Nach 15 Minuten enttäuschten Gesichtern, weil "man" keine Lösung als möglich angesehen hat, kamen die ersten "Ei-des-Kolumbus"-Faltideen auf und bald waren alle 12 Kinder mit Gummibären als Siegesprämien für eigene unabhängige Lösungen belohnt.

Insgesamt liegt in den Kindern eine ungeheure kreative Energie und Schaffenskraft und es bleibt zu hoffen, dass diese nie in ihrem Leben versiegt und "kind" anerkennt, dass auch in "Wertstoffen" ein ungeheurer "Wert" für die eigene lebenslange Kreativität liegt.