Airbrush-Projekt in der Haupt-Schule Mammendorf

Unser Projekt: "Unmögliche Konstruktionen" mit den Schülern der 9. Klasse, vom 26. Januar - 16. März 2007

Initiator ist der Förderverein "K.i.d.S" (Kunst in der Schule) der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck

Da die Zeit für dieses Projekt sehr begrenzt war, musste Gerald Voigt Motive suchen, die die Schüler in diesem Zeitraum auch ohne Vorkenntnisse der Airbrush-Technik verarbeiten konnten. So suchte er sich die Formen der Geometrie aus, die sich unkompliziert gestalten lassen. Denn bei diesen Formen wird hauptsächlich mit Maskierfolien gearbeitet, was den Schülern sehr entgegen kam. Sie mussten ja erst mal mit der neuen Technik vertraut gemacht werden. Das Handhaben der Airbrush-Pistole mit ihren verschieden Funktionen braucht eine gewisse Übung, die erst mal erlernt werden muss.

Die Vorbereitungen für das Projekt bestand zunächst aus der Erstellung eines Entwurfes in Farbe. Dabei ist dieser Entwurf mit allen Farbinformationen für die endgültige Airbrusharbeit von wichtiger Bedeutung. Sie gilt als Vorlage zum eigentlichen Airbrushing. Der Entwurf wird so angelegt, wie es dann in der Originalgrösse auszuschauen hat. Die Entwürfe gestaltete jeder mit Farbstiften nach seinem Geschmack. Vor allem das Schattieren der Konstruktion bereitete den Schülern einiges Kopfzerbrechen. Denn die Formen wirken erst mit der richtigen Schattierung dreidimensional.

Um Zeit zu sparen hatte Gerald die drei Konstruktionen der Strichzeichnungen für die Schüler vorbereitet. Die teilnehmenden 17 Schüler durften sich die einzelnen Vorlagen aussuchen und sie farblich nach ihrem Geschmack gestalten. Von den fertigen Farbentwürfen wurde eine Arbeit ausgesucht und je zwei Schüler verarbeiteten diesen Entwurf zum fertigen Bild.

Da nur 9 Arbeitsplätze mit Airbrush-Pistolen bestückt werden konnten, wurden die Schüler in zwei Gruppen geteilt. So gab es keinen Leerlauf.

Hier die vorgegebenen, in Strichzeichnung ausgeführten "Unmöglichen Konstruktionen":

Einführung in die Airbrush-Technik



Erste Erklärung und Einführung in die Airbrush-Technik

Bevor mit der Konstruktionen begonnen werden konnte, gab es erstmals eine Einweisung in die Airbrush-Technik. So wurden die benötigten Arbeitsgeräte und die dazu gehörenden Materialien besprochen.

Die wichtigsten Dinge am Arbeitsplatz zum Airbrushen sind flüssige Airbrush-Farben, Skalpell zum Schneiden der Maskierfolien, Pinsel für die Wasserzugabe zum Verdünnen der Farben, kleiner Pinsel zum Ausbessern, Wasserglas, Lappen zum Aussprühen der Pistole und viel Abdeckpapier.

Auch das Aufbauen des Arbeitsplatzes will gelernt sein. Sauberkeit und Ordentlichkeit sind beim Airbrushen ein Muss. Viel Zeit wird bei der Reinigung der Airbrush-Pistole verwendet, denn nur eine saubere Pistole gewährt das Arbeiten ohne Probleme. Sie ist ein Präzissionsgerät mit vielen Einzelteilen, die man beim Ansehen des Gerätes nicht vermutet. Um den Schülern ihr "Innenleben" zu zeigen, zerlegte Gerald eine Pistole, siehe Bild unten

Zu erwähnen ist noch die Farbdüse und die darin befindliche Nadel von 0,15 mm Durchmesser. Sie sind die empfindlichsten Teile der Airbrush-Pistole. Die Nadel wird bei der Endreinigung immer herausgenommen um sie nicht zu beschädigen.

Das Schneidewerkzeug ist ein Skalpell. Um einer Verletzungsgefahr vorzubeugen, ist größte Vorsicht beim Hantieren mit dem Schneideskalpell geboten. Bei Nichtbenutzung liegt das Messer immer in dem dafür vorgesehenen Schutzbehälter.

Es fehlt noch die Luft! Diese kommt von einem Atelier-Kompressor, der mit 1,8 - 2 Bar seinen Dienst verrichtet und mit neun Schlauchanschlüssen versehen ist. Der 5 m lange Luftschlauch wird an die Airbrush-Pistole angeschlossen und fertig ist das Spühsystem.





So sieht die Pistole komplett und im zerlegten Zustand aus.

Arbeitsmaterial



Erste Erläuterung und Einführung in die Airbrush-Technik

Die Airbrush-Farben sind flüssig und werden mit einer Pipette aus den Gläsern entnommen. Sie werden mit Wasser verdünnt und trocknen nach dem Sprühen wasserfest auf. Alle Farben sind untereinander mischbar. Diese Farben können mit einem Zusatz (Fixierflüssigkeit) auch auf allen Textilien verwendet werden. Sogar auf Metall eignen sich diese Farben, denn sie sind einbrennbar bis 80 Grad. Zum Beispiel zum Verschönern von Motorrad oder Auto wird die gesprühte Farbe mit einem Klarlack überlakiert. Vor dem Benützen müssen die gut verschlossenen Farbgläser aufgeschüttelt werden, bis die darin befindlichen Mischkugeln zu hören sind. So viel zu den wichtigsten Materialien beim Airbrushing. Es wurde nun mit der ersten Übung begonnen: Das Erstellen eines Verlaufes. Jeder Schüler muss diese Grundkenntnisse einigermaßen beherrschen, denn sie sind für die weitere Arbeit von größter Wichtigkeit.

Die erste Übung mit der Airbrush-Pistole besteht in erster Linie aus dem gleichmäßigen Sprühen eines Verlaufes von 10% - 100%. Man zeichnet sich ein Quadrat von 10 cm x 10 cm auf das Maskierpapier. In die Mitte kommt noch ein kleines Quadrat von 5 cm  x 5 cm. Das aufgezeichnete Quadrat wird dann auf den Original-Airbrush-Karton passgenau aufgezogen. Mit dem Skalpell werden die beiden gezeichneten Quadrate freihändig geschnitten. Dabei ist zu beachten, dass beim Schneiden nicht der Karton angeritzt, sondern nur das Maskierpapier exakt durchgeschnitten wird. Das allein erfordert schon ein wenig Übung und die ganze Aufmerksamkeit.

Nachdem alle Schüler diesen ersten Schritt geschafft hatten, konnte mit dem Sprühen des Verlaufes anfangen werden. Auch die Rektorin Frau Bülau und die Referendarin Frau Rainer haben es versucht. Es schaut so einfach aus, ist es aber nicht! Pistole in die Hand, Farbe mit der Pipette in den Farbbehälter füllen. Pistole schräg nach Unten halten, dabei den Druckhebel mit dem Zeigefinger leicht nach unten drücken und langsam nach hinten ziehen. Und schon kommt der erste Farbstrahl aufs Papier. Noch hatten alle einen großen Respekt vor der Airbrush-Pistole. Aber nach einigen Übungen kamen dann alle so einigermaßen zurecht.



Die Arbeits-Utensilien wie flüssige Airbrush-Farben, Skalpell, Wasserglas, Pinsel der Grösse 12 + 6 und Lappen zum Ausspritzen der Airbrush-Pistole.



Ansicht unseres Atelierkompressors mit neun Anschlüssen, bei einem Betriebsdruck von 1,8 bis 2 Bar mit automatischer Ein- und Ausschaltung.

Von den ersten Übungen zum Projekt...



Aufbau der einzelnen Arbeitsplätze und das richtige Benützen der Arbeitsgeräte bei der Airbrush-Technik

Leider war die Zeit für das Projekt sehr begrenzt, den es musste immer erst der Arbeitsplatz aufgebaut und am Schluss abgebaut werden. Der Kompressor und die vielen Arbeitsutensilien wurden im Nebenraum in einem Schrank verwahrt. Der Kunstraum stand ja nicht nur dieser Gruppe, sondern allen Schüler der Schule zur Verfügung.

Doch dieses Problem war in den Griff zu bekommen, denn alle halfen beim Auf- und Abbau mit. Nach dem die ersten Versuche mit der Airbrush-Pistole sehr gut gelungen waren konnte mit der eigentlichen Aufgabe des Projektes begonnen werden.

Die Strichzeichnungen wurden auf das Format 40 cm x 50 cm auf das Maskierpapier vergrössert und auf den Airbrush-Karton aufgezogen. Dann begann die erste Gruppe mit dem Skalpell zu schneiden. Hier war erneut Vorsicht geboten, um den Karton nicht zu verletzen. Auch beim freihändigen Schneiden musste grosse Sorgfältigkeit eingehalten werden, um nicht neben die gezeichneten Linie zu schneiden. Alle haben es hervorragend gemeistert.

Nun ging es ans Airbrushen. Auf jedem Arbeitsplatz lag das Original und der fertig gestaltete Farbentwurf zur Kontrolle. Der erste Farbgang wurde vorbereitet. Um an die zu bearbeitende Fläche der Konstruktion zu kommen, wurde das geschnittene Maskierpapier vorsichtig vom Karton gelöst und auf das Trägerpapier zur späteren Verwendung abgelegt.

Der unbedeckte Aussenrand wurde mit Papier gut zugedeckt und mit Metallklötzchen beschwert, um ein Wegfliegen und unbedachtes Ansprühen zu vermeiden. Dann endlich konnte mit der Airbrush-Pistole der erste Farbgang begonnen werden. Es wurde solange gesprüht, bis die richtige Farbdeckung und der Verlauf dem Entwurf entsprach. Danach wurde die fertige Farbfläche wieder mit dem herausgenommen leicht klebenen Maskierpapier bedeckt. Dieser Vorgang wiederholte sich so lange, bis alles fertig war. Da war endlose Ausdauer und Genauigkeit gefragt. Alle Schüler haben das bis zum Ende "ausgehalten".



Die fertigen Übungs-Arbeiten einiger Schüler. Hier kann man schon den gegenseitigen Verlauf der einzelnen Quadrate sehen.



Vergrösserte Ansicht unserer ersten Übungs-Arbeit. Gut zu sehen die beiden Verläufe. Auch wirkt das Ganze schon dreidimensional.

Ferstigstellen der Arbeiten



Beim Schneiden der Original-Arbeit mit dem Skalpell

Um 8.00 Uhr stand die 1. Gruppe schon vor dem Kunstraum, um gleich mit dem Aufbau der Arbeitsplätze zu beginnen. "Fliegender Wechsel" um 9.30 mit der Gruppe 2, die am Schluss alles wieder Abbauen durfte. Bei Halbzeit des Projektes wechselten die Gruppen dann, damit keiner benachteiligt wurde.

Zurück zur eigentlichen Arbeit - dem Airbrushen

Durch das wiederholte Übersprühen der einzelnen Farbflächen war es schwierig, den Überblick über das gesamte Bild zu erhalten. Die Frage war dann: "Habe ich das schon gesprüht oder nicht?" Keine leichte Aufgabe für die jungen Künstler. Manche wurden schon langsam nervös, weil es schon solange dauerte und man noch nichts genaues sehen konnte.

Doch die Arbeiten gingen flott voran und bald konnte man mehr von der Arbeit sehen. Mit jedem Farbgang wuchs die Vorfreude auf das fertige Produkt. Endlich war es soweit! Die erlösende Frage: "Dürfen wir die gesamten Maskiermasken entfernen?" Ja, es ist soweit! Jetzt konnte das fast fertige Bild betrachtet werden. Nach einigen Korrekturen mit dem Farbstift und dem Zuschnitt auf die Bilderrahmengröße war die Arbeit endgültig fertig.

Die Schüler waren mit dem Ergebnis der Bilder hoch zufrieden und freuten sich schon auf die Ausstellung in der Schul-Aula im Mai.

Auch Gerald Voigt freute sich, dass es den Schülern Spass gemacht hatte und sie eine etwas andere Technik in Sachen Kunst Kennen gelernt haben. Alle haben ihre Arbeiten trotzt anfäglicher Schwierigkeit hervorragend gemeistert.



Der zweite Farbgang in rot eines Schülers.Hier kann man schon gut den Verlauf der Farbe sehen.



Die gut abgedeckte Originalarbeit und die vorbildliche Haltung der Pistole beim Sprühen.

Impressionen aus dem Kunstraum

Konzentriertes Arbeiten beim Aufkleben des Maskierpapiers auf den Airbrush-Karton.







Auch die Mädchen (in der Minderzahl), hier Olga, hatten dabei ihren Spass.



Die gut abgedeckte Originalarbeit und die vorbildliche Haltung der Pistole beim Sprühen.

Vorstellung der fertigen Arbeiten mit dem dazugehörigen Entwurf

Alle Arbeiten wurden mit einer roten Passepartout versehen und für die Ausstellung gerahmt.

















Fazit unseres Projektes:

Es hat sich auch hier wieder gezeigt, dass so ein künstlerisches Projekt unter fachmännischer Anleitung die Motivation unter den Schülern erheblich steigert. Alle Schüler waren am Ende sichtlich stolz, was sie alles geleistet haben.

Es sollte wirklich mehr solche Projekte in der Grund- und Hauptschule geben, um den Schülern mehr Freiraum in Kreativität und Selbstwertgefühl zu geben.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Rektorin Frau Bülau und der Referendarin Frau Reiner für die Unterstützung des Projekts recht herzlich bedanken. Auch einen Dank an den Förderverein K.i.d.S der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck, der dieses Projekt erst ermöglicht hat.

Der krönende Abschluss dieses Projektes findet in einer Vernissage am 16. Mai 2007 um 19.00 Uhr in der Aula der Schule, mit fünf weiteren Künstlern die zu gleichen Zeit mit anderen Klassen gearbeitet haben, statt.

Die hier gezeigten Arbeiten sollen allen Schülern, die noch nicht die Möglichkeit hatten bei so einem Projekt mitzuwirken ermuntern, sich für ein nächstes neues Projekt anzumelden. Es lohnt sich in jeder Hinsicht. Den mitarbeitenden Schülern wünsche ich auf ihrem weiteren Lebensweg viel Freude an der gestaltenden Kunst.

Bleibt dabei - Ihr habt bewiesen, dass es geht!

Euer Projektleiter Gerald Voigt.

Pressemitteilung des Fürstenfeldbrucker Tagblattes



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